Denn das Anschreiben ist das Mittel, sich ganz elegant im Rampenlicht zu präsentieren. Es verleiht der Ansammlung an Formalitäten und Unterlagen in der Bewerbungsmappe durch die sprachlich-argumentative Konturierung der eigenen Persönlichkeit sowie deren konkreter Zielsetzung den individuellen Schliff. Es ist das Fleisch auf dem Gerippe. Die folgende Chekliste beugt ungewollten Nebenwirkungen des Anschreibens vor.
Checkliste:
Sachlich, aber selbstbewusst
- Setzen Sie auf Ihre Stärken und vermeiden Sie Hinweise auf Schwächen.
- Nicht in Superlative bzw. Übertreibungen verfallen (keine Aussagen á la „Ich bin der beste…“, „ Mein Fachwissen ist einzigartig.“)!
- Relativierungen und Konjunktivsätze vermeiden (keine Aussagen á la „Ich glaube, ich könnte…“, „Ich würde unter Umständen…“, „Vielleicht bin ich geeignet..“)!
- Sagen Sie, was Sie denken, können usw. (z.B. „Ich kann ihre Firma sinnvoll unterstützen, weil ich sehr gute IT-Kenntnisse besitze.“)!
Kurz und prägnant
- Die Sprache spiegelt die eigenen Fähigkeiten wieder, indem das Wesentliche stilistisch sicher auf den Punkt gebracht wird, ohne um den heißen Brei herumzureden.
- Ein einfacher und klar strukturierter Satzbau, der Zusammenhänge schnell erkennen lässt, ist angebracht.
- Subjekt, Prädikat, Objekt heißen die drei Zauberworte. Auf Partizipialkonstruktionen, Relativsätze usw. sollte, soweit möglich, verzichtet werden.
Einstellungsorientiert
- Ordnen Sie Ihr Ego der Bewerbung unter.
- Ohne sich selbst in den Schatten zu stellen, gilt es hervorzuheben, was man für die Firma tun, nicht was diese für einen selbst tun kann.
- Trotzdem auch mitteilen, was man sich von dem Job / der Firma erwartet!
Positive und aktive Formulierung
- Keine negativen Formulierungen oder Verneinungen verwenden!
- Die Sätze sollten keine Wörter wie „nicht“, „kein“, „unzureichend“, „leider“ usw. enthalten (Keine Aussagen á la „Leider sind meine Sprachkenntnisse nicht ausreichend, aber…“, sondern eher: „Ich arbeite stetig an meinen Sprachkenntnissen, um den wachsenden Ansprüchen des Berufes gerecht zu werden.“).
- Verwenden Sie anstelle von Passivkonstruktionen aktive Verben (Keine Aussagen á la „Mir wurde … beigebracht“, sondern „Ich eignete mir … an“).
Kein Beamtendeutsch
- Obwohl korrekt ausformuliert, sollte im Anschreibentext auf „klassisch verstaubte“ Formulierungen und umständliche Abkürzungen verzichtet werden.
- Machen Sie den Test, ob das Niedergeschriebene beim Sprechen – was später z.B. in einem Vorstellungsgespräch wirklich notwendig ist – rhetorisch flüssig artikuliert werden kann. Wenn Sie ins Stottern kommen, sind Ihre Formulierungen eventuell zu umständlich.
Der psychologische Aspekt
- Betrachten Sie Ihr Schreiben nicht nur aus dem eigenen Blickwinkel, sondern immer auch aus dem des Personalers.
- Stellen Sie sich einen gestressten, unter Zeitdruck stehenden Menschen vor, der jeden Tag etliche Bewerbungen zur Durchsicht erhält, für den Ihre Arbeit lediglich Fliesbandarbeit ist.
- Drei zentrale Fragen ergeben sich dann, die es im Hinterkopf zu behalten gilt: Was könnte ihn stören? Was könnte er übersehen? Was könnte seine Aufmerksamkeit erregen?
Im zweiten Teil erfahren Sie alles Wissenswerte über den Inhalt des Anschreibentextes.