Das Anschreiben der Bewerbung: Teil 1 – Tipps zu Stil und Formulierung

Denn das Anschreiben ist das Mittel, sich ganz elegant im Rampenlicht zu präsentieren. Es verleiht der Ansammlung an Formalitäten und Unterlagen in der Bewerbungsmappe durch die sprachlich-argumentative Konturierung der eigenen Persönlichkeit sowie deren konkreter Zielsetzung den individuellen Schliff. Es ist das Fleisch auf dem Gerippe. Die folgende Chekliste beugt ungewollten Nebenwirkungen des Anschreibens vor.

Checkliste:

Sachlich, aber selbstbewusst

  • Setzen Sie auf Ihre Stärken und vermeiden Sie Hinweise auf Schwächen.
  • Nicht in Superlative bzw. Übertreibungen verfallen (keine Aussagen á la „Ich bin der beste…“, „ Mein Fachwissen ist einzigartig.“)!
  • Relativierungen und Konjunktivsätze vermeiden (keine Aussagen á la „Ich glaube, ich könnte…“, „Ich würde unter Umständen…“, „Vielleicht bin ich geeignet..“)!
  • Sagen Sie, was Sie denken, können usw. (z.B. „Ich kann ihre Firma sinnvoll unterstützen, weil ich sehr gute IT-Kenntnisse besitze.“)!

Kurz und prägnant

  • Die Sprache spiegelt die eigenen Fähigkeiten wieder, indem das Wesentliche stilistisch sicher auf den Punkt gebracht wird, ohne um den heißen Brei herumzureden.
  • Ein einfacher und klar strukturierter Satzbau, der Zusammenhänge schnell erkennen lässt, ist angebracht.
  • Subjekt, Prädikat, Objekt heißen die drei Zauberworte. Auf Partizipialkonstruktionen, Relativsätze usw. sollte, soweit möglich, verzichtet werden.

Einstellungsorientiert

  • Ordnen Sie Ihr Ego der Bewerbung unter.
  • Ohne sich selbst in den Schatten zu stellen, gilt es hervorzuheben, was man für die Firma tun, nicht was diese für einen selbst tun kann.
  • Trotzdem auch mitteilen, was man sich von dem Job / der Firma erwartet!

Positive und aktive Formulierung

  • Keine negativen Formulierungen oder Verneinungen verwenden!
  • Die Sätze sollten keine Wörter wie „nicht“, „kein“, „unzureichend“, „leider“ usw. enthalten (Keine Aussagen á la „Leider sind meine Sprachkenntnisse nicht ausreichend, aber…“, sondern eher: „Ich arbeite stetig an meinen Sprachkenntnissen, um den wachsenden Ansprüchen des Berufes gerecht zu werden.“).
  • Verwenden Sie anstelle von Passivkonstruktionen aktive Verben (Keine Aussagen á la „Mir wurde … beigebracht“, sondern „Ich eignete mir … an“).

Kein Beamtendeutsch

  • Obwohl korrekt ausformuliert, sollte im Anschreibentext auf „klassisch verstaubte“ Formulierungen und umständliche Abkürzungen verzichtet werden.
  • Machen Sie den Test, ob das Niedergeschriebene beim Sprechen – was später z.B. in einem Vorstellungsgespräch wirklich notwendig ist – rhetorisch flüssig artikuliert werden kann. Wenn Sie ins Stottern kommen, sind Ihre Formulierungen eventuell zu umständlich.

Der psychologische Aspekt

  • Betrachten Sie Ihr Schreiben nicht nur aus dem eigenen Blickwinkel, sondern immer auch aus dem des Personalers.
  • Stellen Sie sich einen gestressten, unter Zeitdruck stehenden Menschen vor, der jeden Tag etliche Bewerbungen zur Durchsicht erhält, für den Ihre Arbeit lediglich Fliesbandarbeit ist.
  • Drei zentrale Fragen ergeben sich dann, die es im Hinterkopf zu behalten gilt: Was könnte ihn stören? Was könnte er übersehen? Was könnte seine Aufmerksamkeit erregen?

Im zweiten Teil erfahren Sie alles Wissenswerte über den Inhalt des Anschreibentextes.

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