Der (Bildungs)Weg gen Osteuropa

Blickt man allein zurück in die Geschichte, stellt sich Osteuropa als alles andere als ein weißer Fleck auf der kulturellen Landkarte dar. Nicht nur findet man hier zum Beispiel mit der Karls-Universität in Prag (gegründet 1348) oder der Jagiellonen-Universität in Krakau (gegründet: 1364) zwei der ältesten Universitäten Europas, sondern auch historische Stadtkerne und Bauten, deren Architektur die Epochen und Ereignisse vergangener Jahrhunderte in beeindruckender Weise widerspiegelt und somit ihresgleichen sucht.

Der Hauptgrund für einen Aufenthalt in Osteuropa dürfte in seiner Nachhaltigkeit liegen. Nicht zuletzt im Zuge der EU-Osterweiterung gelten die dortigen Länder, angespornt durch Investitionen westlicher Firmen und von Fördergeldern der EU, als Hoffnungsträger einer aufstrebenden wirtschaftlichen Entwicklung. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wird hier in diesem Zusammenhang stetig am Ausbau des Bildungssystems gearbeitet, was sich einerseits im Entstehen neuer Hochschulen niederschlug, andererseits im immer noch wachsenden Lehrangebot niederschlägt. Da die Universitäten meist längst nicht dem Ansturm ausgesetzt sind, wie man ihn von den gängigen „Bildungszielen“ her kennt, stoßen Studenten, die den Schritt gen Osten wagen, häufig auf relativ übersichtliche Lernbedingungen mit kleinen Kursen – und auf positive Resonanz.

Im Rahmen dieser Entwicklung bietet eine wachsende Zahl an Organisationen Stipendien zur Förderung osteuropäischer Studienaufenthalte an. Da diese fast noch einen Geheimtipp darstellen, ist die Chance äußerst günstig, an Unterstützungsleistungen zu gelangen. Der Bologna-Prozess zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulwesens bis zum Jahr 2010, der schon in vielen osteuropäischen in Form von Bachelor- und Masterstudiengängen greift, räumt auch Bedenken über die Frage der Anerkennung von Studienleistungen aus dem Weg. Untermauert wird dies durch Partnerschaften zwischen hiesigen und dortigen Universitäten. Kein Wunder also, dass viele die Gunst der Stunde nutzen und in einem osteuropäischen Land ihrer Wahl den Grundstein für eine spätere berufliche Karriere legen.

Zuguterletzt soll nicht unerwähnt bleiben, dass die osteuropäischen Uni-Städte in punkto Freizeit- und Nachtleben längst nachgezogen haben, aber immer noch deutlich unter den Lebenshaltungskosten ihrer westlichen Pendants liegen. Doch auch wenn die Bedingungen sehr verlockend sind, so gilt hier, wie bei jedem anderen längeren Auslandsaufenthalt, der Früchte tragen soll, dass eine wohl durchdachte Vorbereitung vor allem in Form des Erwerbs von Sprachkenntnissen mehr als nur empfehlenswert ist.

Wenn Dir dieser Artikel gefallen hat, empfehlen wir auch:

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>