Deutschland im Hochschulbildungs-Vergleich

Inhalt der Studie, die überwiegend auf Daten aus den Jahren 2005 und 2006 aufbaut, sind Zahlen zu den Bildungsergebnissen, den Investitionen in die Bildung und zur Bildungsbeteiligung. Diese beziehen sich auf unterschiedliche Bildungsstufen und -bereiche. Des Weiteren wird auch das Feld der Beschäftigung berücksichtigt. Im Folgenden sollen die für uns relevanten Daten zur Hochschulthematik im Vordergrund stehen.

Zulauf und Abschluss – mangelhaft

Unabhängig davon, wie man die Vergleichbarkeit von nationalen Bildungssystemen, die trotz zunehmender Vereinheitlichung immer unterschiedliche Ausgangsbedingungen aufweisen werden, an sich bewerten mag, ist es doch äußerst auffällig, dass Deutschland häufig auf den hinteren Rängen zu finden ist. Das zeigt sich schon bei den Studienanfängern. Liegen diese im OECD-Durchschnitt bei 56%, so ist Deutschland mit 35% weit abgeschlagen. Zwar ist seit 1996 ein kontinuierlicher Anstieg zu verzeichnen. Aber im Vergleich zu den Spitzenreitern Australien, Polen, Island, Finnland, Schweden und Neuseeland, die allesamt über 70% liegen, wirkt dieser Einschub dennoch blass.

Hiermit korrespondieren auch die Zahlen zu den Hochschulabsolventen. Stieg deren Anteil in Deutschland von 14% im Jahr 1995 auf 21% im Jahr 2006, so verzeichnet der OECD-Durchschnitt im gleichen Zeitraum einen Sprung von 20 auf 37%. Zum konkreten Vergleich: Auch hier finden sich fast dieselben Spitzenreiter, nämlich Island, Australien, Neuseeland, Finnland und Polen, die eine Absolventenquote von weit über 40% haben.

Die Gründe?

Was für die wirtschaftliche Entwicklung kein gutes Zeichen ist, da sie auf eine zunehmende Zahl an hoch qualifizierten Arbeitskräften angewiesen ist, muss für den Einzelnen erstmal nicht unbedingt schlecht sein. Denn ein Weniger an Studenten könnte auch dahingehend ausgelegt werden, dass mehr für sich selbst bei geringerer Konkurrenz bleibt. Doch abgesehen von der Kurzsichtigkeit dieses Arguments lässt eine gedämpfte Studierstimmung in der Regel auf schlechte Studierbedingungen schließen. In Deutschland wird ein wesentlicher Grund für jene wohl im immer noch tief sitzenden Schock wegen der Studiengebühren liegen.

An den Jobchancen scheint es augenscheinlich nicht zu hadern. Denn in Deutschland waren 2006 79,8% der Frauen und 87,6% der Männer mit Bildungsabschlüssen des Tertiärbereichs erwerbstätig – was bei weitem nicht genug ist. Doch damit liegt seine Erwerbsquote im OECD-Mittelfeld (79,4% der Frauen und 89,1% der Männer). Bei den Bildungsausgaben pro Student rangiert Deutschland sogar über dem Durchschnitt, aber nur in absoluten Zahlen. Im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegen diese darunter. Die USA, Schweiz, Kanada, Australien, Niederlande, Schweden Österreich, Dänemark, Norwegen und Großbritannien geben übrigens am meisten für ihre Studenten aus.

Der Reiz des Anderen

Angesichts der bisherigen Zahlen verwundert es wenig, wenn Deutschland mit 2,8 % die höchste Quote an im Ausland Studierenden aufweist. Hier scheinen doch die entsprechenden Förderprogramme und -maßnahmen zu greifen. Interessanterweise ist Deutschland jedoch auch sehr attraktiv für ausländische Studenten, die 8,9% der Hochschullandschaft ausmachen. Nur die USA (20%) und Großbritannien (11,3%) liegen darüber. Frankreich, Australien, Kanada und Japan ziehen ebenfalls einen hohen Anteil ausländischer Studenten in ihren Bann. Hier wäre es natürlich aufschlussreich zu erfahren, welches die Gründe für die Wahl des jeweiligen Landes sind.

Quelle: BMBF

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