Sprachtests – lästig, aber notwendig

Zur Planung vorab

Bevor man sich jedoch voller Eifer ins Gefecht stürzt, sollte man sich genau bei seiner angestrebten Zielhochschule erkundigen, welchen Test sie verlangt bzw. akzeptiert, da es für jede Sprache meist mehrere Anbieter gibt. Die Hochschulen unterscheiden sich auch häufig in den Sprachanforderungen, also in den Punktzahlen, die es zu erreichen gilt, um zugelassen zu werden. Außerdem sollte man ebenfalls großzügig im Voraus planen. Denn das formale Procedere – die Auswertung der Testergebnisse und deren Versendung – nimmt nicht selten mehrere Wochen in Anspruch. Nicht zuletzt kann es auch vorkommen, dass einige Anbieter aufgrund großen Zulaufs für einen gewissen Zeitraum keine Prüflinge mehr annehmen. Wer durch die Vorgabe der Zielhochschule mehrere Anbieter zur Auswahl hat, kann zumindest für den europäischen Raum eine Orientierungshilfe heranziehen: Den GER (Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen). Diese vom Europarat erarbeitete Empfehlung ordnet die europäischen Sprachtests sechs Schwierigkeitsstufen zu, um die Angebote ihrer jeweiligen Anbieter vergleichbar zu machen. Es gibt die Bereiche A = Elementare Sprachverwendung (A1 und A2), B = Selbständige Sprachverwendung (B1 und B2), C = Kompetente Sprachverwendung (C1 fortgeschrittene Kompetenz; C2 fast muttersprachliche Kompetenz).

Auch wenn die Sprachtests teilweise recht unterschiedlich ausfallen, stellen die wirklich relevanten unter ihnen doch sehr anspruchsvolle Aufgaben in den Bereichen Lesen, Hören, Sprechen und Schreiben. Eine gute Allgemeinbildung, Spontanität und sogar Fachkenntnisse werden hierbei oftmals als selbstverständlich vorausgesetzt. Gute Noten im jeweiligen Abi-Leistungskurs reichen da meist nicht aus. Auf jeden Fall sollte man sich auf den Webseiten der Anbieter nicht nur über die Formate und Abläufe der Tests erkundigen, sondern auch das Angebot nutzen, um Mustertests oder Beispielfragen herunter zu laden. Am besten wäre es natürlich für einen plastischen Eindruck, Leute ausfindig zu machen, die solch einen Test schon absolviert haben. Und noch ein ganz wichtiger Tipp: Selbst ein gesundes (Fremdsprachen-)Selbstbewusstsein sollte nicht vor der Überlegung halt machen, im Rahmen der Vorbereitung einen oder gar mehrere Sprachkurse zu absolvieren, vor allem dann, wenn man noch nicht Gelegenheit hatte, seine fremdsprachlichen Fähigkeiten über einen längeren Zeitraum im Ausland unter Beweis zu stellen. Zwar kann man im Falle des Nichtbestehens die Tests wiederholen. Doch sollte im Hinterkopf behalten werden, dass sie nicht umsonst sind. Die Prüfungen allein kosten meist zwischen 100 und 180 Euro.

Sprachtest-Liste

Englisch
TOEFL (Test of English as a Foreign Language) für amerikanisches Englisch.
IELTS-Test (International English Language Testing System) für britisches Englisch.
Die ESOL (English for Speakers of Other Languages) Examinations der Universität Cambridge.
TOEIC (Test of English for International Communication), vor allem auch in beruflichem Zusammenhang.

Portugiesisch
CELPE-Bras (Certificado de Proficiência em Língua Portuguesa para Estrangeiros), der einzige in Brasilien offiziell anerkannte Sprachtest für die portugiesische Sprache (brasilianisches Portugiesisch).

Spanisch
DELE (Diplomas de Español como Lengua Extranjera)

Niederländisch
CNaVT (Certificaat Nederlands als Vreemde Taal)

Italienisch
CELI (Certificato di conoscenza della lingua Italiana)
CILS (Certificazione di italiano come lingua straniera)

Chinesisch
HSK (Hànyǔ Shuǐpíng Kǎoshì)

Japanisch
EJU (Examination for Japanese University Admission)
JLPT (Japanese Language Proficiency Test)

Französisch
DELF (Diplôme élémentaire de langue française)
DALF (Diplôme approfondi de langue française)

Russisch
TRKI, der offizielle, einmal pro Jahr abgenommene Sprachtest der Russischen Föderation.

Hier weiter zum Sprachenlernen: Sprachkurse: Viele SGD Fernkurse in Englisch, Spanisch, Italienisch, Franzoesisch und mehr.

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