Studieren, aber wo! – Hochschul-Rankings?

Die, natürlich aus den USA kommenden, Hochschulrankings sollen als Entscheidungshilfe für bestimmte Interessenten – Studenten, aber zum Beispiel auch Akteure aus Politik und Wirtschaft – dienen, indem sie Rangordnungen von vergleichbaren Angeboten verschiedener Hochschulen aufstellen. Hierbei werden die unterschiedlichen Eigenschaften auf der Grundlage von bestimmten Indikatoren bewertet und zu einer Gesamteinschätzung zusammengefasst.

Einwände

Besonders die Schwierigkeit, angemessene Bewertungsmethoden und -kriterien zu finden, sorgt dafür, dass die Kritik an diesen Rankings mindestens genauso groß ist wie ihr derzeitiger Boom. Wenn dann, was nicht selten vorkommt, sowohl verwendete Datensätze als auch angewandte Methoden gar nicht erst veröffentlicht und beschrieben werden, ist ihre wissenschaftliche Basis und somit ihre Glaubwürdigkeit von vornherein als unzureichend einzustufen. Bedenken sollte man auch, dass nicht nur man selbst, sondern auch diejenigen die Rankings entwerfen, angesichts mehrerer hundert Hochschulen und tausender Fächer die Qual der Wahl haben. Das Bildungsangebot ist zu groß, als dass selbst wissenschaftlich korrekten Erhebungen nicht ein Moment von Willkürlichkeit und Lückenhaftigkeit anhaften würde. Eine Uni ist zudem kein einheitliches und zeitloses Gebilde, charakterisiert sich eher durch Stärken und Schwächen, die vielen Einflussfaktoren unterworfen sind und nicht selten subjektiv wahrgenommen werden.

Aufgrund dieser Einwände sollte man die folgenden generellen Regeln bei der Durchsicht von Uni-Rankings beherzigen:

  1. Neben der Hochschule insgesamt sollte auch der Studiengang, für den man sich entschieden hat, in Form einer (Teil-)Bewertung Berücksichtigung finden.
  2. Das Ranking sollte möglichst viele unterschiedliche Eigenschaften in die Bewertung einbeziehen.
  3. Die Bewertung der Studenten sollte nicht allzu stark von der des Lehrpersonals abweichen.
  4. Man sollte mehrere Rankings untereinander vergleichen, um sich ein „objektiveres“, distanzierteres Bild zu machen.
  5. Rankings sollten nicht als Entscheidungsgrundlage, sondern als Entscheidungsanreiz dienen.
  6. Ausschlaggebend sollte die eigene Recherche sein: das Anschauen von Info-Broschüren; ein Besuch vor Ort; die Durchsicht des Vorlesungsverzeichnisses; das Befragen von Bekannten, die dort studieren/studierten usw.

Um die ganze Problematik zu verdeutlichen, sollen abschließend zwei Rankings aufgeführt werden, die unterschiedlicher nicht sein könnten:

CHE-Ranking
Das Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) ist wahrscheinlich das bekannteste in Deutschland und wird auch in der ZEIT veröffentlicht, steht jedoch nicht nur von Seiten der Studenten zur heftigen Diskussion und teils unter starker Kritik. Es berücksichtigt insgesamt 35 Fächer und ist äußerst detailliert. Sowohl Studenten als auch Lehrpersonal werden zu 34 Indikatoren befragt. Anstatt eine Rangliste zu erstellen, werden die Hochschulen in drei Gruppen eingeteilt, um Fehlinterpretationen zu vermeiden. Außerdem werden die Hochschulen fachspezifisch bewertet. Es besteht sogar die Möglichkeit, das Ranking individuell nach eigenen Schwerpunkten zu justieren.

MeinProf.de
Demgegenüber verzichtet die Internetseite MeinProf.de weitestgehend auf wissenschaftlichen und professionellen Anspruch. Vollkommen unabhängig geben Studenten lediglich nach Maßgabe bestimmter vorgegebener Kriterien wie Fairneß, Unterstützung, Verständlichkeit ihre Bewertung und Meinung zur Qualität des jeweiligen Lehrpersonals bzw. der von ihm durchgeführten Kurse ab. Im August dieses Jahres erschien darauf basierend zum zweiten Mal ein Hochschulranking. Interessierte können sich so einen schnellen, aber spezifischen Überblick über die Vor- und Nachteile der Dozenten verschaffen, die an der von ihnen präferierten Hochschule im jeweiligen Fachbereich tätig sind.

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