Befragt wurden 1000 Studenten aus 23 Hochschulen. Leider ist nicht im Einzelnen angegeben, welche dies waren, würde es doch schon Spekulationen auf regional bedingte Unterschiede und daraus resultierende Erklärungsmuster zulassen. Ersichtlich ist aber, dass der Großteil der Befragten männlich (circa 2/3), zwischen 20 und 25 Jahre alt (circa 3/4) sowie Student wirtschaftswissenschaftlich relevanter Fächer ist. Dank dieser Informationen werden einige Leser sicherlich, wenn sie erstmal die Umfrageergebnisse vor Augen haben, sagen: Hab ich’s doch geahnt! Nun zu den Fakten…
Die Eltern als Geldgeber
Und ja, tatsächlich sind Mutti und Vati immer noch die Geldgeber Nummer 1, wenn es um die Finanzierung des Studentenlebens geht. Nebenjobs rangieren auf dem zweiten Platz. So geben wirklich 54% der Befragten an, regelmäßig zwischen 5 und 20 Stunden pro Woche zu arbeiten. In Verbindung mit dem Umstand, dass BAföG als Einkommensquelle weit abgeschlagen und als „relativ unbedeutend“ auf dem dritten Platz vor sich hinvegetiert, ließen sich diese Sachverhalte dahingehend interpretieren, dass die Eltern wohl situiert sind oder, beziehungsweise und, der Student einfach höhere Ansprüche stellt, als es früher einmal der Fall gewesen zu sein scheint. Vielleicht sollten aber bei der BAföG-Vergabe auch einfach nur die nahezu inflationär steigenden Lebenshaltungskosten berücksichtigt werden. Ein Hinweis dafür könnte der Fakt sein, dass die Studenten in Karlsruhe und München die höchsten Elternzuschüsse bekommen.
Jobben als Karrierebaustein?
Ein wenig Lügen werden diese Vermutungen durch die Motivation gestraft, die laut Auskunft der Studenten hinter ihrem Arbeitseifer steckt: 73% geht es ganz allgemein um die Praxiserfahrung und 54% wollen durch das Jobben die Grundlagen für den Einstieg ins spätere Berufsleben legen. Dennoch sind immerhin 55% auf den Job angewiesen, um ihren Lebensunterhalt damit zu verdienen, was, lässt man einmal die These der gestiegenen Ansprüche außen vor, ein erschreckendes Licht auf den Studienstandort Deutschland wirft. Unter diesem Blickwinkel wirkt es fast ein wenig zynisch, wenn fast genauso viele, nämlich genau die Hälfte der Befragten, der Meinung sind, Studium und Job gut miteinander vereinbaren zu können. Kommt hier etwa das Ausschlussprinzip zum Tragen?
Die Top 10 der Studentenjobs
Dem spielt im Grunde auch die Umfrage-Top 10 der Studentenjobs in die Hände, in der dem Bürojob auf Platz 1, der als Praxiserfahrung gelten könnte, auf den Plätzen 2,3,4 und 5 Barkraft, Kassier/in, Aushilfe in der Produktion/Lager und Verkäufer im Einzelhandel folgen. Erst die hinteren Ränge lassen sich wieder besser mit dem Ziel Berufseinstieg in Verbindung bringen: HiWi, Nachhilfelehrer, Buchhaltung, Controller, Programmierer.
Wie dem auch sein. Es ist nicht überraschend, dass sich bei den Eltern so etwas wie ein Lerneffekt in Bezug auf Anreiz und Belohnung einstellt. Denn laut Umfrage steigt der Finanzierungsanteil durch selbst verdientes Geld mit dem Studienfortschritt, dies jedoch bei gleichzeitigem Anstieg der Entlohnung der Studenten. Ab dem 10. Fachsemester wird der Geldhahn signifikant zurückgedreht, komme was wolle.
Und die Freizeit-Top-3
Zu guter Letzt noch zwei beruhigende Nachrichten für all jene, die Wert auf bewährte Stereotypen legen. Die erste würde auch Mario Barth stolz machen. Denn Frauen sind pessimistischer bezüglich ihrer Chancen auf dem Arbeitsmarkt und legen ihren Schwerpunkt auf Klamotten, während ihr Gegenpart es bevorzugt, Computer und Handys zu kaufen. Die zweite besagt, dass für Studenten beider Geschlechter nach den beiden genannten Passionen das Feiern Priorität besitzt. Na dann, Prost!
Quelle: univativ