Schreibblockaden können sich fast so unterschiedlich äußern wie sie verschiedene Ursachen haben. Einige schieben die Verschriftlichung von Tag zu Tag auf, viele finden keinen rechten Anfang und nicht wenige kämpfen mit jedem Wort. Ihre Ursachen lassen sich im Wesentlichen in drei Gruppen einteilen, die, wie sollte es anders, sich häufig gegenseitig bedingen.
Eine gute Vorbereitung
Der am leichtesten zu lokalisierende Grund für Schreibblockaden liegt in einer unzureichenden, ungünstigen Herangehensweise an das Studium allgemein bzw. an die Thematik speziell. Tipps hierzu finden sich bereits ausführlich in unseren Artikeln:
Grundsätze des Studiumsalltags
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Lerntechniken: Stress reduzieren und gut absolvieren
Die wissenschaftliche Arbeit: zur Vorbereitungsphase
Wer weder mit zu wenig Material noch mit einem Chaos an Unterlagen konfrontiert ist, kann ganz einfach versuchen, die ordenend-kreativen Methoden, die er bis jetzt erfolgreich angewendet hat, auch für den konkreten Schreibprozess nutzbar zu machen. Das einfachste wäre zum Beispiel ein Brainstorming rund um Schlüsselbegriffe, die sich in den auszuwertenden Inhalten finden, ein Mind mapping oder ganz simpel: eine Liste mit Stichpunkten, die im jeweiligen Abschnitt ausformuliert werden könnten.
Übung macht den Meister
Ein weiterer Grund für Schreibblockaden liegt in der Missachtung des Umstands begründet, dass wissenschaftliches Schreiben wie jede andere Tätigkeit erlernbar ist, was soviel heißt wie: Übung macht den Meister.
Das fängt schon damit, dass man sich nicht nur auf das Lesen von Fachtexten beschränkt, sondern, soweit es die Zeit lässt, sich auch Prosa-Texte zu Gemüte führt. Hierzu gehören Romane, Essays, Novellen, Biografien usw. Sie geben nicht nur stilistische Anregungen, sondern verfeinern auch das Sprachgefühl.
Ein ähnlicher, aber aktiver Schritt ist das stete Formulieren eigener Gedanken, wie zum Beispiel im Tagebuch, in komplexeren E-mails und Briefen, aber auch in Diskussionen. Dadurch wird dem Sprachgefühl eine gewisse Routine verliehen und das Vertrauen in eben dieses bestärkt.
Vergegenwärtigt man sich zudem das wissenschaftliche Schreiben als Lernprozess, zu dem auch Fehler gehören, aus denen man lernt, um sich einem Idealzustand anzunähern, sollte das lästigen Druck abbauen helfen.
Warum nicht einfach anfangen, ohne dabei ständig die Erwartung im Hinterkopf zu haben, den ganz großen stilistischen Wurf hinlegen zu müssen. Hierher gehört auch, dass man nicht ständig revidiert und kritisiert, sondern erst korrigiert, wenn fassbare (Teil-)Ergebnisse oder eine Rohfassung der Arbeit vorliegen.
Die persönliche Komponente
Natürlich stößt die effizienteste Methode und das beste stilistische Sprachvermögen auf taube Ohren, wenn einen schwerwiegende persönliche Probleme plagen. Womit wir bei der dritten Ursache für Schreibblockaden wären. Bei Beziehungsstress oder ernsthafter Krankheit von Familienmitgliedern sind Ratschläge wie „Abschalten“ oder „Augen zu und durch“ eher überflüssig.
Zwar ist es durchaus sinnvoll, persönliche Probleme vor dem Schreibprozess zu bearbeiten, also „abzuhaken“, um den Kopf frei zu haben, doch lässt sich das in der Praxis meist nicht so linear bewerkstelligen.
Es wird immer etwas dazwischen kommen. Hier können vor allem das Reden mit Freunden und Bekannten sowie die schriftliche Verarbeitung, das „von der Seele schreiben“, sehr hilfreich sein.
Andererseits ist nachgewiesen, dass viele Praktiken und Übungen dem „Abschalten“ tatsächlich förderlich sein können. So kann man sein Konzentrationsvermögen trainieren, indem man auch öfter gezielt versucht, sich in banalen Alltags-Stress-Situationen in einen Text zu vertiefen, anstatt immer nur auf ideale Ausgangsbedingungen zurückzugreifen. Neben Ausdauersport haben autogenes Training, Meditation und Yoga einen ähnlichen Effekt.
Und wenn alles nicht weiterhilft, sollte man es vielleicht mit der altbewährten Ablenkung probieren, um einen gewissen Abstand zum Thema zu gewinnen, beispielsweise in Form eines Spaziergangs.