Zur Finanzierung von Studienaufenthalten im Ausland

Prinzipiell stehen der Finanzierung des Auslandsaufenthaltes ähnliche Optionen zur Verfügung wie der des heimischen Studiums. Ein paar Besonderheiten gibt es jedoch.

Auslands-BAföG

Der einfachste und schnellste Weg ist sicherlich das Kontaktieren des BAföG-Amtes. Dies lohnt sich auch für diejenigen, die kein Inlands-Bafög bekommen, da man bei der Vergabe davon ausgeht, dass im Ausland höhere Kosten als im Inland anfallen; sprich die Bewilligungsschwelle ist deutlich niedriger. Bekommt man Inlands-Bafög, ist die Förderung so gut wie sicher. Eine wichtige Voraussetzung für das Auslands-BAföG ist der Nachweis von Sprachkenntnissen des jeweiligen Ziellandes. Innerhalb der EU kann ein komplettes Studium bis zum Erwerb des Abschlusses gefördert werden, auch in mehreren Ländern. Die Mindestdauer des Bildungsaufenthaltes beträgt ein Semester. Das Beste: Die Auslandssemester werden der Förderungszeit des Inlands-BAföGs nicht hinzugerechnet. Außerhalb der EU wird bis zu einem Jahr in nur einem Land gefördert, wobei die Möglichkeit der Verlängerung um bis zu drei Semester besteht, wenn der Aufenthalt an der dortigen Bildungseinrichtung von besonderer Bedeutung für das gesamte Studium ist.
Im Förderungspaket enthalten sind, zusätzlich zur Inlands-Förderung, die Studiengebühren (bis zu 4.600 Euro pro Studienjahr), die Reisekosten der Hin- und Rückreise, eventuell Zusatzleistungen für die Krankenkasse und, beim Aufenthalt im EU-Ausland, ein vom jeweiligen Land abhängiger Auslandszuschlag, der zwischen 60 und 255 Euro monatlich liegt. Da diese Leistungen als Zuschlag gelten, brauchen sie nicht zurückgezahlt werden.

Bildungskredit

Unabhängig vom eigenen Einkommen oder dem der Eltern und sogar zusätzlich zu BAföG-Leistungen kann auch ein Bildungskredit zur Auslandsfinanzierung beim Bundesverwaltungsamt beantragt werden. Er ist auf maximal 24 Monatsraten beschränkt und dient speziell den Studierenden in fortgeschrittenen Ausbildungsphasen. Die Höhe der monatlich im Voraus bezahlten Raten kann bis zu 300 Euro betragen. Es besteht sogar die Möglichkeit, neben dem monatlich auszuzahlenden Kredit einmalig bis zur Höhe von 6 Raten ein Teil des Kredites als Abschlag im Voraus ausbezahlt zu bekommen. Wie bei allen Krediten muss jedoch auch hier beachtet werden, dass der geliehene Betrag komplett und verzinst zurückgezahlt werden muss.

EU-Programm

Nicht unerwähnt bleiben soll natürlich auch die im Rahmen des EU-Programms „Lebenslanges Lernen“ angebotene Erasmus-Förderung. Durch diese werden speziell an europäischen Hochschulen Studienaufenthalte für den Zeitraum zwischen drei und zwölf Monaten unterstützt. Aufgrund der Kooperationen der europäischen Hochschulen fallen hierbei nicht nur keine Studiengebühren an der ausländischen Hochschule an, sondern die Erasmus-Studenten bekommen auch einen „Mobilitätszuschuss“, der einer monatlichen Förderung von bis zu 200 Euro entspricht. Beim Auslandsamt der eigenen Hochschule können die hierfür notwendigen Informationen eingeholt werden.

DAAD

Ist der Aufenthalt auf ein bis zwei Semester begrenzt, zählt der DAAD sicherlich zu den wichtigsten Ansprechpartnern. Denn er vergibt Stipendien für spezielle Studien- und Forschungsaufenthalte. In der Regel müssen sich die Bewerber zum Bewerbungszeitpunkt mindestens im dritten Fachsemester an einer deutschen Hochschule befinden. Die Stipendien, die der DAAD anbietet sind äußerst vielfältig. In seiner Stipendiendatenbank lässt sicher unter Angabe von Fachrichtung, Zielland und eigenem Status nach den jeweiligen Angeboten suchen.

Stipendien allgemein

Je nach Zielland gibt es äußerst unterschiedliche Stipendien. So vergeben beispielsweise viele Stiftungen und Organisationen jährlich eine gewisse Anzahl von Reisestipendien. Die Mühe lohnt, sich einmal selbst auf die Suche zu begeben, um möglicherweise eine Fördernische zu entdecken, die auf die eigenen Vorstellungen abgestimmt ist. Als Ausgangspunkt mag der Stiftungsindex vom Bundesverband deutscher Stiftungen dienen.

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